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Freitag, 28. August 2015

Trevor Paglen im Frankfurter Kunstverein



Auch wer nicht um die Ecke wohnt, sollte die Gelegenheit bis Ende des Monats noch nutzen und sich Paglens Ausstellung "The Octopus" ansehen, die man auch als eine vorläufige "Retrospektive" betrachten kann.

Trevor Paglens Bilder zeigen dokumentarisch geheime Orte der Macht, die nach den Interessen der die Macht Ausübenden verborgen bleiben sollten. Seine Kunst ist eine hoch politische, bei der es ebenfalls um ein Verstecken, ein Verbergen, um ein Tarnen sowie ein “Unsichtbarmachen” (wie es dem Tintenfisch, einer Oberart des Octopus, gelingt) geht.

Zu sehen sind Landschaftsbilder im Zeitalter von Big Data, Bilderserien von militärischen Orten und geheimen Überwachungstechniken sowie Videoarbeiten, ferner entsprechende Materialien und Dokumente. Paglen möchte mit seiner Arbeit “Aktionen anstossen, die einen Einfluss auf die Gesellschaft nehmen und aus den institutionellen Räumen der Kunst in die reale Welt hinausreichen”.

In diesem Sinne ermuntert Paglen die Zuschauer den in der Ausstellung installierten ‘Autonomy Cube’ (2014) zu benutzen, der ihnen einen frei zugänglichen WiFi-Hotspot samt anonymen Internetzugang bietet - staatliche Stellen bezeichnen dieses Netzwerk als "dunkel".

Spannender aber ist die Möglichkeit, seine Bilder von Abhör- und Spionagestationen live zu erleben. Das Besondere darüber hinaus:

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist den Ergebnissen des Fotowettbewerb “Eagle-Eye Photo Contest: Landschaften der Überwachung” gewidmet. Gezeigt werden von einer Jury (u.a. Trevor Paglen) prämierte Aufnahmen von Florian Freier, Kerstin Matijasevic, Alessandra Schellnegger, Dieter Schwer und Julian Slagman. Sie zeigen unter anderem Basisstationen der amerikanischen NSA und des BND in Deutschland.





Mittwoch, 12. August 2015

Über 1 Million Zuschauer für Kunst-Aktion "Eyeball"

http://youtu.be/ZHV5FBlRVmE

Bereits über eine Million Zuschauer sahen in den ersten vier Wochen die Video-Installation "Eyeball" des Hamburger Medienkünstlers Tankred Tabbert über den Dächern der Reeperbahn. Die Aktion zum Thema Überwachung wurde nun bis zum 01. September 2015 verlängert.

Sonntag, 12. Juli 2015

"Eyeball": Riesen-Auge über(wacht) Hamburg

Kunstaktion von Tankred Tabbert auf der Hamburger Reeperbahn/Ecke Große Freiheit vom 10. Juli bis 10. August 2015. 


http://youtu.be/ZHV5FBlRVmE

Es handelt sich um ein ursprünglich Zen-inspiriertes Video, das einerseits zum Assoziieren und Meditieren einlädt (es beruht auf einem Traum und der Bedeutung, die das Kreis-Symbol im Zen-Buddhismus besitzt).

Im öffentlichen Raum andererseits entfaltet das unabwendbare, aufdringliche und ein wenig freakige Auge eine im Gegenteil sehr krasse und beunruhigende Wirkung:

Es entsteht ein völlig neues Gefühl dafür, was es bedeutet, beobachtet zu werden und man fühlt sich auf unangenehme Weise überwacht. Die sonst meist unbemerkt und abstrakt ablaufende Überwachung erhält plötzlich ein persönliches Gesicht, die "Herrschaft des Blicks" wird spürbar. Gleichzeitig erhalten die Betrachter das Gefühl, dass die anonymen Überwacher aus ihrer Anonymität herausgerissen werden und die zermürbende Schattenseite des Dauer-Überwachens, unter der das Auge offenbar leidet, kann in ihrer Verletzlichkeit und Ödnis auch Hoffnung auf ein Ende der unerträglichen Überwachung machen.

"Eyeball" im öffentlichen Raum ist eine weitere Variante der "minimal invasiven Kunst" Tabberts, die seit Mitte der 1990er Jahre in Formen des Alltags eindringt, in denen Kunst sonst nicht stattfindet.

Mit freundlicher Unterstützung von www.kultscreens.de.

Samstag, 4. Juli 2015

Neue Seite über Michael Haneke

Mit seinem Film "Caché" hat Michael Haneke einen großartigen Film für alle gemacht, die sich für das Thema Kunst und Überwachung interessieren.

Weitere Informationen dazu gibt es hier:

http://www.kunst-und-ueberwachung.blogspot.de/p/michael-haneke-cache.html

Sonntag, 7. Juni 2015

Neue Seite über die Ausstellung „Ctrl [Space]“ (Control Space) im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe 2001

Die Ausstellung war trotz aller höchst berechtigten Kritik ein wichtiger Meilenstein für die Rezeption zentraler Arbeiten zum Thema Kunst und Überwachung in Deutschland. Dieser Blog widmet ihr deshalb eine geraffte Überblicksdarstellung:

http://kunst-und-ueberwachung.blogspot.de/p/blog-page_48.html

Sonntag, 3. Mai 2015

Neue Seite über Denis Beaubois

Denis Beaubois hat für mich rückblickend eine der bedeutendsten Arbeiten zum Thema Kunst und Überwachung geleistet und Einzelheiten sind auf einer ihm gewidmeten Seite in diesem Blog zusammengefasst:

http://kunst-und-ueberwachung.blogspot.de/p/denis-beaubois.html

Donnerstag, 2. April 2015

Florian Mehnert bricht Überwachungskunst-Projekt ab


Das jüngste Überwachungskunst-Projekt von Florian Mehnert heisst "11 Tage". Worum geht es?

Mehnert stellte Live-Aufnahmen einer Laborratte in ihrem Käfig ins Netz. Auf die Ratte ist dabei angeblich eine Waffe gerichtet, die nach Ablauf von elf Tagen – das wäre der 24. März 2015 gewesen – scharf gestellt werden sollte. Dann sollten Besucher der web site "11Tage" das Tier mit nur einem Mausklick töten können. Bereits vor dem Start des Projekts konnten die User abstimmen und zu Beginn des Projekts woltle ein Drittel der Abstimmenden die Ratte tot sehen.

Mit seinem Projekt will der Künstler nach eigenen Angaben auf die ständige Überwachung und das anonyme Töten durch Kampfdrohnen aufmerksam machen.

Weitere Informationen und die Erklärung Mehnerts zu dem Projekt gibt es auf der ihm gewidmeten Unterseite auf diesem Blog.